Wann jeder Standort ein eigenes Profil braucht
Google erwartet für jeden realen Standort ein eigenes Unternehmensprofil. Ein Profil kann nicht mehrere Adressen gleichzeitig abbilden. Wer seine Filialen unter einem Profil bündelt, verliert in der Kartensuche genau die Orte, in denen die Filialen liegen. Die Verwaltung läuft dennoch zentral: Ein Hauptkonto fasst die Standortprofile zusammen, sodass Sie Zugriffe und Bewertungen an einer Stelle prüfen.
Welches Profil zu welchem Betrieb passt, hängt davon ab, wie Kunden den Betrieb erreichen:
| Betriebsform | Profil | Standortseite |
|---|---|---|
| Ladenlokal oder Praxis mit Publikumsverkehr | eigenes Profil mit Adresse | eigene Seite mit Anfahrt und Team |
| Büro ohne Publikumsverkehr | Zulässigkeit vorab in den Google-Richtlinien prüfen | Leistungsseite mit Angabe des Ortes |
| Betrieb fährt zum Kunden | Profil mit ausgeblendeter Adresse und angegebenem Einzugsgebiet | Einzugsgebiet auf der Leistungsseite |
Grenzfälle wie ein Lager oder ein Büro im Homeoffice klären Sie vor dem Anlegen mit den Google-Richtlinien für Unternehmensprofile. Eine falsche Adresse im Profil kann zur Sperrung führen.
Standortseiten ohne Dubletten
Die häufigste Falle ist die Kopie. Dieselbe Seite erscheint fünfmal, nur der Ortsname ändert sich. Google behandelt solche Seiten als Doorway-Seiten, die in den Spam-Richtlinien stehen. Eine Standortseite braucht deshalb Inhalte, die nur für diesen Ort gelten.
Eine Standortseite erfüllt diese Prüfpunkte:
- Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten stimmen mit dem Profil überein.
- Der Standort nennt ein eigenes Team oder einen festen Ansprechpartner.
- Die Anfahrt beschreibt Zugang, Parkplätze und nahe Haltestellen.
- Die Bilder zeigen den Standort selbst, keine Stockfotos.
- Die Leistungen entsprechen dem, was dieser Ort tatsächlich anbietet.
- Mindestens ein Abschnitt beschreibt Besonderheiten des Ortes.
Bewertungen je Standort getrennt steuern
Bewertungen hängen am Profil. Eine Kundin, die in Linden war, bewertet die Filiale in Linden und nicht die Zentrale. Deshalb fragen Sie am jeweiligen Standort nach Bewertungen, beantworten Rezensionen dort und halten einen festen Ablauf ein. Wie Sie Bewertungen einholen, ohne gegen die Regeln zu verstoßen, beschreibt der Beitrag zu Google-Bewertungen für Unternehmensprofile.
Struktur der Seiten und interne Verlinkung
Eine flache Struktur reicht aus. Ein Beispiel wäre eine Übersichtsseite unter /standorte/ mit je einer Unterseite pro Ort. Jede Standortseite verlinkt zurück zur Übersicht und auf die passenden Leistungsseiten. Die Übersicht verlinkt auf alle Standorte. So erkennen Suchmaschinen die Zugehörigkeit, und Besucher finden den nächsten Standort ohne Umweg.
Die Leistungsseiten bleiben Hauptseiten für die Suchbegriffe. Die Standortseite beantwortet die Frage nach dem Ort, die Leistungsseite die Frage nach der Leistung. Ein Beispiel: Die Seite zur Leistung "Zahnreinigung" steht auf der Hauptseite. Die Standortseite "Zahnreinigung in Linden" nennt den Ort, die Anfahrt und das Team vor Ort.
Beispiel: zwei Praxen in Hannover
Das folgende Beispiel ist frei erfunden und dient nur der Veranschaulichung. Ein Physiotherapiebetrieb hat Praxen in Hannover-Mitte und Hannover-Linden.
Der Betrieb legt zwei Profile an, je mit eigener Adresse und Öffnungszeiten. Auf der Website entstehen zwei Standortseiten mit jeweils eigenem Team, eigener Anfahrt und eigenen Fotos. Eine Übersicht verlinkt beide. Name, Adresse und Telefon stimmen überall überein, auch in den Verzeichnissen.
Wenn die Praxis in Linden eine neue Behandlung einführt, steht sie nur auf der Seite des Standorts, an dem sie angeboten wird. So bleibt die Seite für Linden von der für Mitte unterscheidbar.
NAP-Daten und Verzeichnisse
Name, Adresse und Telefonnummer müssen pro Standort in jedem Verzeichnis gleich geschrieben sein. Kleine Abweichungen wie "Straße" und "Str." sind selten ein Problem, Unterschiede bei Telefonnummern oder Hausnummern erschweren aber die Zuordnung. Eine Liste mit Pflegeaufgaben finden Sie im Beitrag zu NAP und Branchenverzeichnissen.
Messung pro Standort
Ohne Trennung sehen Sie nur einen Durchschnitt, und der verdeckt, welcher Standort Anfragen bekommt. Legen Sie für jeden Standort fest, welche Signale Sie erfassen: Anrufe aus dem Profil, Klicks auf die Wegbeschreibung, Aufrufe der Standortseite und Anfragen mit Herkunftsangabe.
Diese Zahlen garantieren keine Rankings. Sie zeigen aber, ob ein Standort gefunden wird und ob die Anfragen ankommen.
Häufige Fehler
- Ein Profil für alle Filialen angelegt, obwohl jede Filiale Kunden persönlich empfängt.
- Standortseiten, die nur den Ortsnamen austauschen.
- Unterschiedliche Telefonnummern im Profil und auf der Standortseite.
- Alle Bewertungen landen auf der Zentrale, die einzelnen Standorte bleiben leer.
- Filialen ohne eigene Öffnungszeiten oder mit veralteten Zeiten an Feiertagen.
Vorgehen in vier Schritten
Wer mehrere Standorte betreut, arbeitet am besten in einer festen Reihenfolge. Sonst entstehen Profile und Seiten nebeneinander, die sich widersprechen.
- Standorte erfassen: Für jeden Ort Adresse, Betriebsform, Öffnungszeiten, Telefonnummer und Team in einer Tabelle festhalten.
- Profile anlegen oder prüfen: Jeder reale Standort mit Kundenverkehr bekommt ein Profil. Doppelte oder veraltete Einträge werden entfernt.
- Seiten bauen: Pro Standort eine Seite mit den Prüfpunkten oben, dazu eine Übersicht.
- Messen und pflegen: Einmal im Monat werden Profile, Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen je Standort geprüft.
Die Tabelle aus Schritt 1 ist später die Quelle für alle Angaben. Jede Abweichung zwischen Profil, Website und Verzeichnis geht auf eine Änderung zurück, die nicht überall nachgezogen wurde. Eine Tabelle verhindert das.
Für Stadtteile innerhalb einer Stadt gelten eigene Regeln, die der Beitrag Lokale SEO und Stadtteile in Hannover am Beispiel Hannover erklärt.
