Was zählt als Brand Mention?
Eine Brand Mention ist jede öffentliche Nennung Ihrer Marke außerhalb Ihrer eigenen Website. Dazu gehören der Firmenname, Produkt- und Leistungsnamen, die Namen von Geschäftsführern, die Domain und Slogans. Ob ein Link dabei steht, spielt für die Definition keine Rolle. Eine Erwähnung ohne Link heißt unverlinkte Erwähnung. Sie entsteht in Nachrichtenartikeln, Blogs, Foren, Bewertungsportalen, Podcasts und sozialen Netzwerken.
Für Suchmaschinen und KI-Systeme ist eine Marke eine Entität: ein eindeutig benennbares Ding mit Eigenschaften und Beziehungen zu anderen Dingen. Die OMR beschreibt, dass Sprachmodelle mit Entitäten arbeiten und eine einheitliche Beschreibung, Kategorie und Leistung über alle Kanäle hinweg helfen, die Marke richtig einzuordnen. Je klarer der Name im Umfeld Ihres Themas auftaucht, desto eindeutiger ist die Zuordnung.
Erwähnung, Zitat und Link sind drei verschiedene Dinge
Eine Erwähnung nennt den Namen, ein Link verweist per Hyperlink auf Ihre Seite. Ein Zitat (Citation) ist in KI-Antworten eine verlinkte Quelle, auf die sich die Antwort stützt. Nach der Darstellung der OMR führt der Weg in eine KI-Antwort häufig über solche Quellen. Eine Nennung im Antworttext und ein Zitat sind also nicht dasselbe, und beides lässt sich getrennt beobachten.
Nutzt Google Brand Mentions als Rankingsignal?
Nach Googles eigener Aussage nutzt Google unverlinkte Erwähnungen nicht für Links. John Mueller sagte laut einem Bericht des Search Engine Journal vom Dezember 2021: „I don't think we use those at all for things like PageRank or understanding the link graph of a website.“ Einen bestätigten Rankingfaktor gibt es damit nicht.
Mueller nannte zwei Einschränkungen. Erwähnungen können Menschen auf Ihre Marke aufmerksam machen, das wirkt höchstens indirekt. Als klares Signal seien sie außerdem „too confusing“, also zu uneindeutig, um sie verlässlich auszuwerten. Diese Aussage ist zum Zeitpunkt dieses Beitrags (Oktober 2026) knapp fünf Jahre alt. Eine neuere, gegenteilige Aussage von Google lag in der Recherche nicht vor.
Woher die Annahme vom Rankingfaktor stammt
Die Annahme geht auf ein Google-Patent zurück, US8682892B1 „Ranking Search Results“, in dem von „implied links“ die Rede ist. Das Search Engine Journal schreibt, ein einzelner Absatz sei in der SEO-Branche als Beleg missverstanden worden. Ein Patent zeigt, dass eine Idee beschrieben wurde, und belegt nicht, dass sie im Ranking eingesetzt wird.
Andere Quellen halten die Wirkung für gegeben. Der Artikel von Dr. Web nennt Erwähnungen ein Vertrauenssignal für Google, ohne eine Quelle dafür anzugeben. Der Ratgeber von blckalpaca verweist auf eine Umfrage unter 518 SEO-Experten (Editorial.Link), nach der 80,9 % glauben, unverlinkte Erwähnungen beeinflussten Rankings. Das ist eine Einschätzung der Befragten und kein Nachweis.
Welche Rolle spielen Markenerwähnungen in KI-Antworten?
Bei KI-Antworten ist die Datenlage deutlicher: Ahrefs wertete in einer Studie vom 26. Mai 2025 rund 75.000 Marken in Google AI Overviews aus. Web-Erwähnungen korrelierten mit einem Wert von 0,664 mit der KI-Sichtbarkeit, Backlinks nur mit 0,218. Ryan Law von Ahrefs fasst das laut OMR so zusammen: Unverlinkte Erwähnungen haben sehr wenig Einfluss auf SEO, aber einen deutlich größeren auf GEO.
Generative Engine Optimization (GEO) bezeichnet die Optimierung darauf, dass KI-Systeme Ihre Inhalte aufgreifen und Ihre Marke nennen. Eine Korrelation beweist keine Ursache, das betont Ahrefs in der Studie selbst. Marken, über die viel geschrieben wird, sind meist auch bekannter und besser ranking-fähig, sodass beides gemeinsam auftritt. Dieselbe Quelle nennt weitere Werte der Auswertung:
- Branded Anchor Texts: 0,527
- Suchvolumen nach dem Markennamen: 0,392
- Domain Rating: 0,326
Wie ChatGPT und Perplexity ihre Quellen auswählen, erklärt der Beitrag Wie KI-Suchen Quellen wählen. Den Unterschied zwischen klassischem SEO und GEO beschreibt der Ratgeber zu GEO und SEO.
Was ist belegt und was nicht?
Die Quellen widersprechen sich, weil sie Verschiedenes messen: Mueller äußert sich zu Links und Ranking, die Ahrefs-Studie zu KI-Sichtbarkeit. Die Übersicht ordnet die Aussagen nach ihrer Belegstärke.
| Aussage | Quelle | Belegstärke |
|---|---|---|
| Google nutzt unverlinkte Erwähnungen nicht für PageRank oder den Linkgraphen | John Mueller, 2021, über das Search Engine Journal | Direkte Aussage von Google, von Dezember 2021 |
| Erwähnungen korrelieren mit KI-Sichtbarkeit (0,664) | Ahrefs 2025, 75.000 Marken, über die OMR | Korrelation, keine Ursache nachgewiesen |
| Google wertet Erwähnungen als Vertrauenssignal | Dr. Web, 2026 | Keine Quelle genannt |
| 80,9 % der befragten SEO-Experten glauben an eine Rankingwirkung | Editorial.Link, über blckalpaca | Einschätzung, kein Test |
| Erwähnungen machen Menschen auf eine Marke aufmerksam | John Mueller, 2021 | Indirekter Effekt, nicht als Rankingwirkung belegt |
Wie finden Sie Erwähnungen Ihrer Marke?
Am einfachsten starten Sie mit einer Google-Suche nach Ihrem Markennamen in Anführungszeichen. Der Zusatz -site:ihredomain.de blendet Ihre eigene Seite aus, und der Zeitfilter zeigt, was zuletzt erschienen ist. BuzzStream beschreibt diese Methode und weist darauf hin, dass erste Suchen oft nur wenige Treffer liefern.
Für die laufende Beobachtung gibt es drei Wege:
- Google Alerts: kostenlos, schickt eine E-Mail bei neuen Treffern. Brand24 weist darauf hin, dass Nutzer von verpassten oder verspäteten Meldungen berichten.
- Alerts für Varianten: Legen Sie eigene Alerts für Schreibweisen, Produktnamen, Slogans und Geschäftsführer an.
- Monitoring-Tools: Brand24, Mention und der Content Explorer von Ahrefs durchsuchen Quellen laufend und filtern nach Quelle und Stimmung.
Bewerten Sie jeden Fund nach Art der Quelle, Thema, Stimmung und danach, ob ein Link gesetzt wurde. Wie Sie aus Erwähnungen ohne Link Verweise auf Ihre Seite machen, zeigt der Beitrag Unlinked Mentions finden und in Links umwandeln.
Wie entstehen mehr Erwähnungen für ein regionales Unternehmen?
Erwähnungen entstehen, wenn jemand einen Anlass hat, über Sie zu schreiben. Für Unternehmen in Hannover und der Region haben sich fünf Wege bewährt, die in den ausgewerteten Quellen genannt werden:
- Eigene Zahlen veröffentlichen: Auswertungen aus dem eigenen Betrieb und Umfragen geben Redaktionen einen Grund, Ihren Namen zu nennen. Digitale PR bündelt dieses Vorgehen.
- Fachbeiträge und Gastbeiträge: Artikel in Fachmedien und Branchenportalen nennen Ihren Namen im Zusammenhang mit einem Thema. Worauf es bei der Qualität ankommt, steht im Beitrag zu Gastbeiträgen.
- Regionale Medien und Verbände: Pressemitteilungen zu Eröffnungen, Veranstaltungen, Sponsoring und Interviews führen zu Nennungen in lokalen Medien und Verbandsseiten.
- Einheitliche Darstellung: Name, Beschreibung und Kategorie sollten in Profilen und Verzeichnissen übereinstimmen. Für die Adressdaten gilt dasselbe, siehe NAP-Einträge und Branchenverzeichnisse.
- Bewertungen: Kundenstimmen auf Google und Fachportalen enthalten Ihren Namen. Wie Sie sie einsammeln, erklärt der Beitrag zu Google-Bewertungen.
Erwähnungen lassen sich auch kaufen, etwa über Agenturen oder Marktplätze. Die OMR weist darauf hin, dass bezahlte Links mit rel="sponsored" gekennzeichnet werden sollten. Die Regeln zu bezahlten und gesetzten Links stehen im Beitrag zu den Richtlinien beim Linkaufbau.
Wann lohnt sich der Aufwand, und wann nicht?
Der Aufwand lohnt sich, wenn die Grundlagen stehen und Sie etwas Zitierbares anbieten können. Er lohnt sich nicht, wenn die Website technische Mängel hat oder Ihre Marke keinen eigenen Inhalt liefert, über den man schreiben könnte. Prüfen Sie vor dem Start diese Punkte:
- Die Seite wird indexiert, und Titel, Inhalte und lokale Profile sind gepflegt.
- Sie haben etwas, worüber andere schreiben können: Zahlen, Erfahrung, eine Auswertung, eine Veranstaltung.
- Sie wissen, welche Medien und Portale Ihre Zielgruppe liest.
- Sie halten Namen, Beschreibung und Kategorie einheitlich.
- Sie messen neue Erwähnungen, den Anteil mit Link und die Anfragen darüber.
Auch negative Erwähnungen gehören zur Beobachtung. Dr. Web empfiehlt, sie früh zu erkennen und schnell, offen und sachlich zu antworten. Für diese Beobachtung können Sie dieselben Alerts nutzen. Die Wirkung von Erwähnungen auf die Ergebnisse lässt sich nicht isolieren: Ein Zeitraum, nach dem sich Wirkung zeigt, ist in den ausgewerteten Quellen nicht belegt. Die OMR schlägt vor, mit einer Ausgangsmessung über zwei bis vier Wochen zu beginnen und danach monatlich zu prüfen.
