Was sind Unlinked Mentions, und lohnt sich der Aufwand?
Eine Unlinked Mention nennt Ihre Marke, ein Produkt oder eine Person, ohne auf Ihre Website zu verlinken. Der Aufwand lohnt sich, weil der Autor Ihre Marke bereits kennt und genannt hat. blckalpaca beschreibt deshalb die Umwandlung als Link-Taktik mit der höchsten Erfolgsquote: Die Entscheidung für Ihre Marke ist gefallen, es fehlt nur der Link. Google wertet die Erwähnung selbst nach Aussage von John Mueller nicht als Link, wie der Beitrag zu Brand Mentions im SEO zeigt. Erst der Link bringt also den Verweis, den Google auswerten kann.
Die Zahl der Treffer hängt von der Bekanntheit ab. Semrush weist darauf hin, dass bekannte Marken deutlich mehr unverlinkte Erwähnungen erhalten als kleine. Ein regionaler Betrieb sollte deshalb mit einer kurzen Liste rechnen und diese sorgfältig abarbeiten.
Welche Arten von Erwähnungen sollten Sie suchen?
Suchen Sie nicht nur nach dem Firmennamen. Brand24 nennt Produkt- und Leistungsnamen, Slogans, Kampagnen-Hashtags, Veranstaltungstitel und Logos. Semrush ergänzt Schreibfehler im Markennamen, Namen von Mitarbeitern und Geschäftsführern sowie urheberrechtlich geschützte Bilder. Legen Sie vor dem Start eine Liste aller Begriffe an, die auf Sie verweisen.
Wie finden Sie Unlinked Mentions?
Am schnellsten beginnen Sie mit der Google-Suche, danach folgen Alerts und Tools. Die Suche liefert den Bestand, Alerts und Tools melden neue Treffer laufend. Prüfen Sie jeden Treffer, denn viele Seiten verlinken bereits auf Sie.
Mit der Google-Suche
Suchen Sie den Markennamen in Anführungszeichen und schließen Sie Ihre eigene Domain aus, zum Beispiel "Ihre Marke" -site:ihredomain.de. Über „Tools“ stellen Sie den Zeitraum ein. BuzzStream rät, ihn von 24 Stunden auf eine Woche oder einen Monat zu erweitern, weil erste Suchen oft wenige Treffer liefern. Mit Strg + F finden Sie die Stelle auf der Seite und sehen, ob ein Link gesetzt ist.
Mit Google Alerts
Google Alerts ist kostenlos und meldet neue Treffer per E-Mail. Sie wählen Häufigkeit (sofort, täglich oder wöchentlich), Quellen, Sprache und Region. Legen Sie einen eigenen Alert pro Schreibweise, Produkt und Slogan an. Brand24 weist darauf hin, dass Nutzer von verpassten oder verspäteten Meldungen berichten. BuzzStream empfiehlt die Einstellung „Alle Ergebnisse“ statt „Beste Ergebnisse“.
Mit einem Monitoring-Tool
Monitoring-Tools durchsuchen Quellen laufend und lassen sich nach Quellenart filtern. blckalpaca nennt den Content Explorer von Ahrefs mit dem Filter „highlight unlinked“, Brand24, Mention.com und Semrush. Zapier beschreibt den Ablauf bei Hunter so: Erwähnungen laufend beobachten, weil Anfragen bei frischen Artikeln besser funktionieren. Für eine kleine Marke genügen oft Suche und Alerts.
Mit Bildersuche und Schreibfehlern
Bilder und Grafiken tauchen oft ohne Quelle auf. Laden Sie die Grafik in die Google-Bildersuche hoch und prüfen Sie die „Exakten Treffer“. Prüfen Sie außerdem Verlinkungen auf falsch geschriebene Domains, etwa mit einem Backlink-Checker. Semrush zeigt, dass solche Fehler bei Marken mit ähnlichem Namen mehrfach vorkommen.
Welche Erwähnungen lohnen sich zuerst?
Sortieren Sie nach Relevanz, Qualität der Seite und Erreichbarkeit des Ansprechpartners, bevor Sie schreiben. Ihre Zeit ist begrenzt, und eine Anfrage an eine unpassende Seite kostet Aufwand und bringt wenig. blckalpaca nennt Domain-Autorität, Relevanz, Aktualität und einen erreichbaren Ansprechpartner als Kriterien.
| Kriterium | Prüffrage | Hinweis |
|---|---|---|
| Relevanz | Passt das Thema der Seite zu Ihrem Angebot? | Wichtiger als jede Kennzahl |
| Qualität | Ist die Seite redaktionell gepflegt, mit echtem Publikum? | Kennzahlen wie Domain Rating sind Schätzungen der Tool-Anbieter, keine Werte von Google |
| Link-Verhalten | Verlinkt die Seite überhaupt nach außen? | BuzzStream: Manche Seiten verlinken nur intern |
| Aktualität | Wie alt ist der Artikel? | BuzzStream: Bei Journalisten sinken die Chancen nach 24 bis 48 Stunden |
| Ansprechpartner | Gibt es einen Autor oder eine Redaktion mit Adresse? | Autorenseite, Impressum oder Redaktion |
| Stimmung | Ist die Erwähnung positiv oder neutral? | Brand24 empfiehlt, auf positive oder neutrale Erwähnungen zu setzen |
Ein Beispiel für den Filter: BuzzStream grenzte eine Liste von über 70.000 Treffern mit einem Domain Rating über 30 und mehr als 5.000 Besuchen auf 2.254 Seiten ein. Prüfen Sie diese Auswahl danach von Hand, denn Tools liefern auch tote Seiten und Treffer mit bereits vorhandenem Link.
Hinweis zum Linkattribut: Ein Link mit nofollow gibt nach BuzzStream keinen Linkwert weiter, kann aber Besucher bringen. Ob Sie solche Anfragen verfolgen, entscheiden Sie selbst.
Wie bitten Sie um den Link?
Klären Sie zuerst den rechtlichen Rahmen im nächsten Abschnitt. Bitten Sie dann in drei Schritten: danken, den Link erbitten, erneut danken. Halten Sie die Nachricht kurz und nennen Sie die Seite und die Stelle genau. BuzzStream beschreibt diesen Aufbau, Semrush nennt als Bausteine einen kurzen Betreff, die persönliche Anrede, die Stelle der Erwähnung, die gewünschte Ziel-URL und einen Nutzen für den Leser.
- Finden Sie den Ansprechpartner: Autorenseite, Impressum oder Redaktionsadresse.
- Schreiben Sie eine kurze, persönliche Nachricht mit der genauen Stelle.
- Nennen Sie die Ziel-URL und warum sie für die Leser der Seite nützlich ist.
- Warten Sie einige Tage ab und fassen Sie höchstens ein- bis zweimal nach.
- Tragen Sie Antwort und Ergebnis in Ihre Liste ein.
Rechnen Sie mit wenigen Antworten. blckalpaca nennt aus einer Auswertung von 12 Millionen Outreach-E-Mails (Backlinko, 2019) eine Antwortquote von 8,5 %, SEOmator für 2026 einen Wert von 3,43 %. Beide Werte stammen aus fremden Studien mit eigener Methode und gelten nicht für Ihr Segment. Nachfassen hilft: Laut Zapier kamen in einem Fall 37 % der Antworten nach einer Folge-Mail. blckalpaca empfiehlt höchstens drei Kontaktversuche.
Dürfen Sie per E-Mail um einen Link bitten?
Eine kalte Link-Bitte per E-Mail ist im geschäftlichen Umfeld rechtlich riskant, deshalb sollten Sie sie nicht ohne Prüfung versenden. Für Werbung per E-Mail verlangt § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG eine vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers, und das Gesetz unterscheidet dabei nicht zwischen Verbrauchern und Unternehmen. Die Ausnahme für Bestandskunden in § 7 Abs. 3 UWG setzt voraus, dass Sie dem Empfänger etwas verkauft haben, und trifft bei Link-Bitten an fremde Betreiber selten zu.
Die Kanzlei Plutte (Stand 2021) rechnet Link-Anfragen im geschäftlichen Umfeld zur Werbung und hält die kalte E-Mail an ein fremdes Unternehmen für rechtswidrig. Rein private Seiten ohne Absatzförderung sieht sie als Ausnahme, rät aber auch dort zur Zurückhaltung. Ein Gerichtsurteil speziell zu Link-Bitten nennt die Kanzlei nicht. Als Risiko führt sie Abmahnungen von Wettbewerbern an. Auch Anrufe sind nur mit mutmaßlicher Einwilligung und einem sachlichen Interesse des Angerufenen zulässig, und das Risiko einer Fehleinschätzung trägt der Anrufer.
Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung. Ein Link auf fremde Inhalte braucht nach Plutte keine Erlaubnis, erst die Bitte danach kann Werbung sein. Wer Betreiber anschreiben will, sollte den Weg und die Datenspeicherung vorab rechtlich prüfen lassen. Redaktionen, die ausdrücklich um Hinweise oder Gastbeiträge bitten, haben nach Plutte nur im Rahmen dieser Einladung eingewilligt.
Was sollten Sie nicht tun?
Vermeiden Sie alles, was nach Linkkauf oder Druck aussieht. Die Anfrage soll dem Betreiber nützen und die Seite besser machen, nicht nur Ihnen einen Verweis verschaffen.
- Keine kalten E-Mails an viele fremde Betreiber, solange der rechtliche Rahmen nicht geklärt ist, und keine Massenmails mit identischem Text.
- Keine Vorgabe eines Keyword-Ankertexts. Der Name Ihrer Marke reicht.
- Kein Geld oder Gegenleistung für einen Link ohne Kennzeichnung. Wie bezahlte Links zu kennzeichnen sind, steht im Beitrag zu den Richtlinien beim Linkaufbau.
- Keine Nachfragen im Tagestakt. Mehr als ein bis zwei Nachfragen schaden der Beziehung, schreibt BuzzStream.
- Kein Druck bei einer Absage. Danken Sie, und notieren Sie die Seite für spätere Beiträge.
Wie messen Sie das Ergebnis?
Zählen Sie gefundene, angefragte und umgewandelte Erwähnungen. Daraus ergibt sich Ihre Erfolgsquote. blckalpaca nennt als Kennzahlen das Erwähnungsvolumen, das Verhältnis verlinkter zu unverlinkten Erwähnungen und die Conversion-Rate. Die Zahl neuer Links sehen Sie in der Search Console unter „Links“ oder in einem Backlink-Tool.
Prüfen Sie gesetzte Links später erneut. Brand24 weist darauf hin, dass Seiten den Besitzer wechseln oder ein Link später ins Leere läuft. Eine kurze monatliche Kontrolle der Liste genügt. Bei Erfolg lohnt es sich, aus dem Kontakt eine längere Zusammenarbeit zu machen, etwa über einen Gastbeitrag. Wer Erwähnungen von vornherein gewinnen will, findet den Weg unter Digital PR.
